AKTIONEN - Brezeln backen in Berlin
Bäcker aus der Region müssen zur Stallwächterparty den Tauchbehälter für die Lauge mitnehmen.

ENZKREIS/PFORZHEIM/CALW. Wenn am 4. Juli die Region Nordschwarzwald in der Vertretung des Landes in Berlin die sogenannte Stallwächterparty ausrichtet, dann sollen sie die Region auch in Form von Laugengebäck schmecken.

Verschlungene Sache:
Wilhelm Bräuer (links) aus Königsbach
und Martin Reinhardt aus Knittlingen
zeigen den Unterschied zwischen badischer
und schwäbischer Brezel auch in Berlin.

PZ-Redakteur: Norbert Kollros

   
Bäcker aus Knittlingen, Königsbach, Büchenbronn, Wildberg und Stuttgart sind in Berlin mit von der Partie.

Eine Frage der Lauge

Frisch gebackene Brezeln in der Bundeshauptstadt - "das stellt was dar", sagte sich der Obermeister der Bäckerinnung Nordschwarzwald, Martin Reinhardt. Für diese Idee hatte er schnell begeisterte Kollegen um sich geschart. Denn: "Ein Empfang in der Landesvertretung ohne frische Brezeln, das wäre doch undenkbar", sagten sich die heimischen Bäcker. Die Betonung liegt dabei auf frisch gebacken. Ein Quintett von Bäckermeistern macht sich auf an die Spree und bereitet in der dortigen Bäckerfachschule nach eigenen Teigrezepten Brezeln, Partyweckle und andere Backwaren vor, die von den Gastronomen aus dem Nordschwarzwald als Beiwerk für die kulinarische Verköstigung der Gäste benötigt werden. Zwar werde es nicht möglich sein, so Obermeister Reinhardt, etwa in Form einer gläsernen Backstube vor Ort in der Landesvertretung die Teigwagen zuzubereiten oder gar die Brezeln zu formen, aber letztere werden immerhin in einem Ofen vor den Augen der Gäste aufgebacken.

Ein Problem hatten die Bäcker in der Vorbereitung aber zu lösen. Laugengebäck ist in der Hauptstadt nicht üblich. Das bedeutet, dass die erforderlichen Gerätschaften nicht vorhanden sind. Die Lösung sieht so aus: Von der Stuttgarter Bäckerfachschule wird der wichtige Tauchbehälter für die Natronlauge ausgeliehen und nach Berlin transportiert. Auch der Leiter der Schule, Hans-Georg Braun, reist selbst mit, um das heimische Bäckerhandwerk in der Hauptstadt zu repräsentieren. Als schwäbisch-badische Region legen die Bäcker aus dem Nordschwarzwald bei ihrem Auftritt großen Wert auf paritätische Besetzung: Neben dem Obermeister aus dem württembergischen Knittlingen und seinem Wildberger Kollegen Peter Haab sind aus dem Badischen Wilhelm Bräuer aus Königsbach und Manfred Förster aus Büchenbronn mit von der Partie.

Es gibt ja in der Tat Unterschiede zwischen den Brezeln aus den beiden Landesteilen: Bei jener aus dem Württembergischen wird der Bauch nach dem Laugevorgang eingeschnitten, sodass beim Backen eine helle Teigpartie hervortritt. Und auf der badischen Variante befinden sich in aller Regel mehr Salzkörner.